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Urs Rempe und Malte Schlömer mit neuen persönlichen Bestzeiten auf der Langdistanz

Roth (ms) – Ein hochklassiges und enges Rennen wurde beim Challenge Roth 2019 in Mittelfranken erwartet. Zwar begegneten sich die drei aktuellen deutschen Hawaii-Champions Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange eine Woche zuvor in Frankfurt, doch waren viele der besten Profis in Roth am Start. Gleich sechs der Top Ten vom Ironman Hawaii 2018, um genau zu sein. Der Franke Andreas Dreitz kontrollierte das Rennen fast durchweg von der Spitze und siegte in 7:59:02 h. Eine dominante Vorstellung lieferte die erst 25-jährige Britin Lucy Charles-Barclay ab. Schon nach 8:31:09 h riss sie das Zielbanner in die Höhe. Doch auch die ganze Organisation war überragend. 7.500 Helfer kümmerten sich in den Tagen rund um das Rennen um die circa 5.500 Athleten, die aus 84 verschiedenen Nationen angereist sind. Laut Polizeiangaben befinden sich beim Rennen über 250.000 Menschen an der Strecke. Knapp ein Jahr im Voraus ist das Rennen binnen Minuten für das jeweils nächste Jahr ausgebucht.

Um 6:30 Uhr fiel Sonntag im Main-Donau-Kanal der Startschuss für die schnellsten der rund 3.500 Einzelstarter und über 200 Staffeln. In 22 Wellen gestartet, machten sich die Triathleten auf ihre 226 Kilometer lange Reise durch das Frankenland. Unter ihnen auch die beiden BWL-Triathleten Malte (AK25) und Urs Rempe (AK40). Für beide Athleten war es die zweite Langdistanz. Urs Rempe startete 2017 beim Ironman Hamburg (11:24:43 h). Malte Schlömer ging im August 2018 in Maastricht (10:29:50 h) an den Start. 3,8 Kilometer Schwimmen im Kanal, 180 Kilometer Radfahren auf zwei welligen Runden und 42,195 Kilometer Laufen lagen zwischen dem Start im Kanal und dem berühmten Zielstadion.

Bei einer Wassertemperatur von gut 24 Grad Celsius durfte zwar das Gros der Teilnehmer mit Neoprenanzug in den Main-Donau-Kanal springen – die Profi-Athleten jedoch nicht. In einer Zeit von 58:38 min. absolvierte Malte Schlömer, der als einer der wenigen Age-Grouper ebenfalls auf den Neopren-Anzug verzichtete, die Schwimmstrecke und kam auf Position 185 liegend aus dem Wasser. Urs Rempe hatte nach 1:11:46 h wieder Boden unter den Füßen.

Auf dem Rad verlief für das Lohner Duo alles planmäßig. 34,5 km/h fuhr Malte Schlömer im Schnitt (5:10:33 h / 446.) auf dem 180 km langen Kurs. Urs Rempe absolvierte die Radstrecke in 5:41:45 h (1.421.), was einem Schnitt von 31,4 km/h entspricht. Ein besonderes Highlight der Radstrecke ist der Solarer Berg. Insgesamt bietet die 90 km lange Radrunde mehrere Stimmungsnester. „Schon die ersten Meter der Radstrecke führen bereits durch ein Zuschauer-Spalier, doch wenn sich am Solarer Berg sich erst kurz vor den Fahrern die schmale Gasse zwischen den Menschenmassen öffnet, bekommt man das Grinsen nicht aus dem Gesicht“, berichtet Urs Rempe.

Auf der Laufstrecke plagten Malte Schlömer von Kilometer 7 bis 18 Magenprobleme, sodass er hier einige Minuten liegen lassen musste. „Vorher sah es aus, als könnte es eine Gesamtzeit um 9:50 h werden. Bis dahin lief alles nach Plan, ich fühlte mich gut“, berichtete Schlömer. Den Marathon absolvierte er in 3:47:49 h. Am Ende erreichte Malte Schlömer mit einer Gesamtzeit von 10:03:41 h auf Position 437 das Ziel. Sein persönliches Ziel unter zehn Stunden zu bleiben verfehlte Malte Schlömer somit erneut, aber er sei trotzdem stolz, die Distanz so gut überstanden zu haben. „So habe ich noch neue Ziele. Erst einen Ironman unter 10 Stunden finishen und danach greife ich langfristig die 9:30 h Marke an“, blickt Malte Schlömer voraus. Urs Rempe konnte seine Freude über seine Zeit kaum zurückhalten. Nachdem er seinen Marathon in 04:03:17 h beendet hatte kam er stoppte seine Zeit bei 11:06:23 h (Gesamtplatz 1.193). Mit der Zeit habe er im Vorfeld niemals gerechnet, so der Vördener. „Einfach schön, wenn die ganze Anspannung und alle Sorgen, die man im Vorfeld hatte auf der Ziellinie verfliegen“, fügt Urs Rempe hinzu. Nach dem Rennen feierte das Lohner Duo noch gemeinsam mit ihren Supportern Marius Dettmer und Rene Meyer bei der Finish-Line Party die letzten Triathleten, die bis 23 Uhr ins 10.000 Menschen fassende Stadion einliefen, ehe ein großes Feuerwerk gezündet wurde.