Regionalliga – Bernd Eick erweist Teamgeist und wird vom Fotografen zum Starter

Bernd Eick unterwegs mit Leihequitment

Bergedorf (ms) – Unsere Damen waren anfangs sehr angespannt, als sie am Sonntag in die Wechselzone am Hohendeicher See kamen. Für alle stand nach dem Aufstieg 2017 die Premiere in der Regionalliga beim Wettkampf in Hamburg-Bergedorf über die olypmipische Distanz (1,5 km Schwimmen – 40 km Radfahren – 10 km Laufen) an. Während morgens noch mit Neopren-Anzug geschommen werden durfte, kam 45 Minuten vor dem Start der Regionalligen die Durchsage, dass der See mittlerweile 22 Grad erreicht hat – Neoprenverbot. Die Radstrecke ist eine Wendepunktstrecke in Bergedorf und führt 10 km dem Elbdeich entlang. Und auch auf der Laufstrecke begenet man seinen Mitstreitern auf der 2,5 km Wendepunktstrecke entlang des Sees immer wieder. Mit 42 Punkten landeten die Lohner Ladies nur knapp hinter den Trielfen aus Schwerin (41 P.) und den Kaifu-Tri Damen II aus Hamburg (35 P.) auf dem 5. Platz der 11 Damenteams. Inga Hintze (6., 2:22:24) und Katharina Stark (9., 2:24:18) konnten gleich in ihrem ersten Ligarennen Top 10 Plätze erzielen. Die Teamwertung komplettierte Verena Kruse mit einem guten 27. Platz und einer Zielzeit von 2:32:08. Teresa von Lehmden kam am Samstag knapp hinter Verena Kruse ins Ziel (32., 2:35:20), nachdem sie beim Laufen etwas Probleme hatte und konnte vor allem beim Schwimmen der 1.500m im Hohendeicher See überzeugen (11., 26:40). Katharina Stark sorgte abermals für die schnellste Laufzeit 39:27 min und unterbot die zweitschnellste Laufzeit um 2:15 min. Glücklich und zufrieden resümierte Teamkapitänin Inga Hintze: „Top Teamleistung. Die Mädels haben alles gegeben. Für uns ist es in der Tat eine Umstellung im Vergleich zur Landesliga. Die Konkurrentinnen sind stark in allen Disziplinen.“ Die schnellste Dame an diesem Tag war Chantal Boubakeur aus Itzehoe mit einer Zeit von 2:20:23.

Bei unseren Männern lief es alles andere als nach Plan. Bereits eine Stunde vor dem Rennen kam die Nachricht, dass Patrick Olberding und Tobias Penski noch im Stau auf der A1 bei Bremen stehen. Das Navi berechnete eine Ankunftszeit von 12:45 Uhr. Startzeit des Rennens war um 12:50 Uhr. Um 12:05 Uhr kam ein weiterer Anruf mit der Information einer neu berechneten Ankunftszeit von 13:15 Uhr. Das fünfköpfige Startteam, welches Marvin Föhse, Benedikt Hintze und Malte Schlömer, von denen vier in die Tageswertung kommen, hatte somit zu diesem Zeitpunkt lediglich drei Männer am Start. Das Team lotste die restlichen Möglichkeiten aus. Es kamen Gedanken auf wie „ich kann mir zwei Transponder, je einen pro Bein, umbinden“. Kurz darauf folgte der Einfall, dass Bernd Eick, Teamkapitän der zweiten Mannschaft und Begleiter von Teresa von Lehmden, zum Fotos machen vor Ort war. Gegen 12:10 Uhr machte Malte Schlömer sich zu Bernd Eick auf, der am Vortag bereits in der Landesliga in Limmer gestartet war und gedanklich schon beim Bratwurststand war. Malte Schlömer informierte Bernd Eick, dass er gleich starten müsse. Im Anschluss klärten die beiden Ligaverantwortliche, TVN-Schiedsrichter und den Veranstalter über die missliche Lage des Teams auf und es wurde den Herren um 12:20 Uhr erlaubt Bernd Eick kurzfristig ins Rennen zu schicken. Der eigentliche Meldeschluss liegt zwei Wochen vor dem Rennen. Die Herren hatten lediglich ein weiteres, nicht ganz unproblematisches Problem zu lösen. Alles was Bernd Eick an Triathlonmaterial dabei hatte, waren Laufschuhe, die er trug. In der verbleibenden halben Stunde fragten die beiden etliche Finisher des Hobbytriathlons, bei dem die Athleten ins Ziel kamen nach einem Wettkampfanzug in Größe M, Radschuhen in Größe 45 und einem Rennrad. Die Resonanz fiel kläglich aus. Um 12:30, zwanzig Minuten vor Rennstart, ging Malte Schlömer schließlich auf die Bühne, ließ dem Moderator über die Lohner Lage berichten und bat in großer Runde um Mithilfe. Keine fünf Minuten später hatten die beiden das komplette Equitment für Bernd Eick zusammen. Ein passendes Rennrad samt Schuhen in Größe 45 sowie einen defekten Einteiler von TriZack Rostock in Größe M. Den kaputten Reißverschluss schlossen die Lohner mit Sicherheitsnadeln und Bernd Eick konnte das Rennrad 10 Minuten vor dem Startschuss in die Wechselzone einchecken. Im Rennverlauf präsentierte sich Malte Schlömer an diesem Tag als schnellster Lohner (43., 2:06:49). Vor allem im Wasser konnte er viel Zeit gewinnen und kam nach 21:57 min. als 14. in die Wechselzone. Marvin Föhse (63., 2:09:48) fuhr sich vor allem auf den 40 Radkilometern (30., 59:51) nach vorne und erreichte als zweiter Lohner das Ziel. Auf seine Gesamtzeit musste allerdings eine zweiminütige Zeitstrafe für die Missachtung der Windschatten-Regel in Kauf nehmen. Dadurch geriet Benedikt Hintze(61., 2:09:38), der beim Schwimmen nicht die beste Tagesform zeigen und später zudem seine Laufschuhe in der Wechselzone nicht auf Anhieb finden konnte, in der Gesamtwertung noch knapp vor Marvin Föhse. Mit einer sehr guten Laufzeit (23.) von 37:42 min. konnte Benedikt Hintze jedoch viele Plätze wieder gut machen. Bernd Eick erreichte mit dem Leihequitment inklusive Vorbelastung vom Vortag Platz 100 von 108 Startern in einer Zeit von 2:29:58. Wie wichtig Bernd Eicks Start war, zeigt die Tabelle: 17. FC Sankt Pauli (265 P.), 18. TuS BW Lohne (267 P.), 19. SC Itzehoe II (269 P.). Wäre Bernd nicht gestartet wäre der vierte Athlet als letzter Platz plus 5 Strafpunkte gewertet worden. „Mit Platz 18 von 22 können wir unter den plötzlichen Umständen zufrieden sein. Ein großes Kompliment an Bernd, der unser Team ohne Zögern komplettierte und uns enorm unterstützte und mannschaftsübergreifend Teamgeist zeigte“, kommentiert Kapitän Benedikt Hintze das Teamresulat. Das Rennen gewann Jan Svennson aus Flensburg in einer unglaublichen Zeit von 1:56:25. Nach dem Rennen musste in Hamburg-Othmarschen noch das Leihrad wieder abgegeben werden ehe das Team die Heimreise antreten konnte.

Nochmals vielen Dank an:
Bernd Eick – Für deinen kurzfristigen Einsatz
Cornelius Theus (Team Trizack Rostock, 5., 1:58:56) – Für deinen Ersatzeinteiler
Gerd Lüneburg – Für das Leihrad inkl. Radschuhe und Helm